Kategorie: Vorträge

Anthony Fokker - Ein Leben für die Luftfahrt. Vom Flugpionier zum transatlantischen Flugzeugproduzenten.

  • Beginn: Freitag, 17.01.2020 - 19:00 Uhr
  • Ende: Freitag, 17.01.2020 - 21:00 Uhr
  • Ort: Zitadelle, Bau E (Drusussaal)

Vor 110 Jahren begann die Luftfahrtkarriere des später weltberühmten Holländers Anthony Fokker in Mainz. Zunächst bei der 1. Deutschen Automobilfachschule  Mainz in Zahlbach und Dotzheim, dem Flugplatz der Automobilfachschule bei Wiesbaden, wo im Herbst 1910 sein erstes Flugzeug (Spinne 1) entstand. Ab März 1911 wurde innerhalb von 6 Wochen die 2. Spinne in den Jacob Goedecker Flugmaschinenwerken in Nieder-Walluf gebaut, mit der Fokker am 16.Mai 1911 die Prüfung für den deutschen Pilotenschein (Nr. 88) auf dem Großen Sand in Gonsenheim ablegte. Bis Ende 1911 war er dann als Fluglehrer und Werkspilot für Goedecker tätig. Alle insgesamt 25 Fokker Spinnen wurden bis 1913 in den Jacob Goedecker Flugmaschinen Werken, Gonsenheim bei Mainz, gebaut.

Anfang 1912 gründete er in Johannisthal bei Berlin die Fokker Aeroplanbau GmbH, die auf Wunsch der preußischen Militärverwaltung 1913 nach Schwerin verlegt wurde. Im Ersten Weltkrieg entstanden in den Fokker Flugzeugwerken viele bedeutende Flugzeuge. Berühmt wurde der Fokker Dreidecker Dr 1, unter anderem geflogen von Manfred von Richthofen („Der Rote Baron“).
1918 waren die Fokker Flugzeugwerke mit mehr als 6000 Mitarbeiter das größte Luftfahrt Unternehmen in Deutschland.
In einer Nacht und Nebel Aktion verbrachte Fokker im Jahr 1919  Flugzeuge, Maschinen und Anlagen in die Niederlande und gründete in Amsterdam die Fokker Vliegtuikenfabriek, die bis 1996 bestand und ab den 1950er Jahren viele bekannte Verkehrsflugzeuge baute, die teilweise wie die Fokker F 27 Friendship und die Fokker 100 heute noch fliegen.
1921 wurde eine Tochtergesellschaft in den USA gegründet aus der später die Fokker Aircraft Corporation of America entstand. Anfang der 1930er Jahre war das Erfolgsmodell Fokker Trimotor F VII weltweit bei vielen Fluggesellschaften, darunter PAN AMERICAN, TWA, SWISSAIR im Einsatz. Spektakulär waren die Langstreckenflüge von Amsterdam nach Batavia (Jakarta) und Admiral Byrd’s Erstflug über den Nordpol.
Anthony Fokker starb am 23.12.1939 in New York an den Folgen einer Infektion im Alter von 49 Jahren.
Im Rahmen der Sonderausstellung „Ballone-Luftschiffe-Flugmaschinen : Die Geschichte der Luftfahrt in Mains vor 1914“ des Stadthistorischen Museums Mainz  sprechen Manfred Penning (Initiator und Kurator der Ausstellung) zu Fokker’s Anfängen in Mainz und Dr. Marc Dierikx, Den Haag,  zum „Leben und Werk“ von Anthony Fokker. Dr. Dierikx ist Luftfahrthistoriker und wissenschaftlicher Mitarbeiter des Huygens Instituts der „Königlich Niederländischen Akademie der Künste und Wissenschaften“. Er ist der Autor von 17 luftfahrthistorischen Büchern, darunter mehrere Biographien zu Anthony Fokker. Sein letztes Buch ist 2018 bei Smithonian Books in den USA erschienen mit dem Titel „Anthony Fokker: The Flying Dutchman who shaped American Aviation“

Eintritt frei. Um Spenden wird gebeten.