Kategorie: Vorträge

Vortrag von Dr. Hedwig Brüchert: Flucht und Vertreibung der Mainzer Juden aus ihrer Heimat nach 1933 und die Kindertransporte.

  • Beginn: Sonntag, 26.01.2020 - 15:00 Uhr
  • Ende: Sonntag, 26.01.2020 - 15:30 Uhr
  • Ort: Stadthistorisches Museum, Zitadelle, Bau D

Verbunden mit einer kleinen Ausstellung zur Rettung von Mainzer jüdischen Kindern nach den Novemberpogromen von 1938.

 

Im Rahmen des Gedenktags vom 27. Januar für die Opfer des Nationalsozialismus.

 

Die zunehmende Ausgrenzung sowie die Unmöglichkeit, eine Ausbildung zu machen und einen Beruf auszuüben, veranlassten viele jüdische Deutsche, ihre Heimat zu verlassen. Allerdings wurde die Auswanderung durch die äußerst restriktiven Einreisebestimmungen, die in den meisten Staaten galten, stark erschwert.

 

Durch die Pogrome vom 9./10. November 1938, die der Welt das wahre Gesicht des nationalsozialistischen Deutschlands zeigten, wurden etliche Länder aufgerüttelt. Sie erklärten sich bereit, jüdische Kinder im Alter von 4 bis 17 Jahren einreisen zu lassen. Diese beispiellose Rettungsaktion ging unter dem Namen „Kindertransporte“ in die Geschichte ein. Allein in England wurden rund 10.000 Kinder aufgenommen; weitere Transporte gingen in die Schweiz, nach Belgien, in die Niederlande und nach Frankreich, wobei die drei letztgenannten Staaten nur bis zum Einmarsch der Wehrmacht ein sicheres Asyl boten. Die meisten der geretteten Kinder sahen ihre Eltern nie wieder, da diese in Vernichtungslagern ermordet wurden. Auch aus Mainz gelangten von Dezember 1938 bis Juli 1939 über 60 Kinder ins Ausland.

Ergänzend zur Veranstaltung bietet Manolo Lohnes einen Büchertisch mit Werken zur jüdischen Geschichte an.

Eintritt frei