Migrantenorganisationen in Mainz

In der St. Emmerans-Kirche wurde als erstes in den 1960er Jahren die Italienische Mission Mainz gegründet.[Bild: IGL, regionalgeschichte.net, Foto A. Wissmann]
Bericht über Gertrud Adams Betrreuung der Italiener in Mainz, Allgemeine Zeitung Mainz vom
10. Mai 1997.
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Yilmaz Atalay im Büro des Vereins für Gesundheitsprävention in Mainz und Umgebung.[Bild: Nurhayat Canpolat]
Veranstaltung im Türkischen Volkshaus zur Forderung „Gleiches Kindergeld für alle“, Ende der 1970er Jahre.[Bild: Nurhayat Canpolat]
Sommerfest des Türkischen Volkshauses in Marienborn, 1982.[Bild: Nurhayat Canpolat]

Viele der ersten Gastarbeiter/-innen kamen mit der Idee nach Deutschland, ein bis zwei, höchstens fünf Jahre hier zu bleiben, Geld für ein Geschäft oder Haus zu sparen und zurückzukehren. Sie arbeiteten in der Regel mehr als acht Stunden, manche von ihnen sogar an zwei Arbeitsstellen, so dass wenig Zeit für Aktivitäten in Vereinen oder für politische Arbeit übrig blieb. Dies berichten die Interviewpartner/-innen des Projektes.

Anfangs, in den 1960er und 1970er Jahren, kümmerten sich vor allem deutsche Kirchengemeinden um die Migrant/-innen in Mainz und Umgebung, nahmen sie auf und stellten ihnen Vereins- und Gebetsräume zur Verfügung. Im Laufe der Zeit wurden mit ihrer Hilfe ausländische Gemeinden wie die Italienische Mission Mainz, die Kroatische Katholische Gemeinde Mainz, die Portugiesische Katholische Mission (heute Portugiesisch sprechende Katholische Gemeinde) und die Spanische Gemeinde gegründet. Diese boten Möglichkeiten des Zusammenseins, Sprachkurse und kulturelle Veranstaltungen an.

In den 1970er Jahren wurden dann auch viele ausländische Vereine gegründet, wie die Griechische Gemeinde, die seit Ende der 1990er Jahren nicht mehr besteht. Wie bei dieser Einrichtung waren viele der Vereinsgründer/-innen schon in ihren Herkunftsländern gewerkschaftlich und politisch aktiv gewesen. So wurde das Türkische Volkshaus e.V. (Halkevi) 1974 von Arbeiter/-innen und Studierenden gegründet. Es bot u.a. Deutsch-, Türkisch- und Alphabetisierungskurse an, aber auch Beratung im Umgang mit deutschen Ämtern. Auch den Mainzer Arbeiterverein gründeten türkische Staatsbürger.

In den letzten 15 bis 20 Jahren haben sich viele Muslime in Mainz in religiösen Vereinen zusammengetan und Moscheen oder Vereinsräume eingerichtet bzw. gebaut. Viele der Migrantenvereine setzen sich für die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs ein, sind im Beirat für Migration und Integration aktiv und haben in Eigeninitiative verschiedene Beratungsstellen eröffnet.