Die Arbeitsgruppe des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss

Die Arbeitsgruppe des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss:
OStR Anne-Kathrin Zehendner, Ceren Yilmaz; Charlotte Allnoch, Elif Karakaya, Anutsara Chakamnan, Selma Rekic, Lucia Hagedorn, Vivian Schmidt, Jule Lepper, vorne: Leon Allmannsdörfer, Marc Lepage, Leander Potkowik;
oben rechts: StR Andreas Hawner.
[Bild: Anne-Kathrin Zehendner u. Andreas Hawner]

„Wenn Sie mit 14 allein irgendwo auf der Welt in einem Land sind und die Sprache nicht können, weinen Sie mehr als eine Nacht, Sie leiden, aber am Ende sind Sie froh, dass Sie durchgehalten haben.“
(frei nach Bruno Bellini 2017)

Obiges Zitat beschreibt eindrücklich die Empfindungen von Bruno Bellini, einem der sogenannten Gastarbeiter, die wir im Laufe unseres Geschichtsprojektes interviewten. Wir, das sind 13 historisch interessierte Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums am Kurfürstlichen Schloss und ihre begleitenden Lehrer, die sich seit 2016 mit der Geschichte von Gastarbeitern in der Region Mainz im Rahmen eines Projektes mit dem Stadthistorischen Museum Mainz beschäftigen.

Durch diese Interviews erhielten wir tiefgehende Einblicke in die unterschiedlichen Erfahrungen, die unsere Interviewpartner auf ihrer Reise in ein neues Land und in ihrem neuen Lebensabschnitt gemacht haben.

Motiviert durch die Erzählungen unserer Eltern und Großeltern, die teilweise selbst als „Gastarbeiter“ hierher kamen, und durch die täglichen Begegnungen mit anderen Kulturen erhofften wir uns, durch die Gespräche mit Menschen dieser Generation einen lebendigen Einblick in die Beweggründe zu erhalten, warum sie nach Deutschland kamen und wie sie ihr Leben hier führten.

Im Laufe des Projektes entwickelten wir ein ausgeprägtes Verständnis für die unterschiedlichen Schwierigkeiten und Herausforderungen, die diese Menschen meistern mussten. Sie berichteten uns offen und ehrlich und nahmen uns mit in ihre Vergangenheit.

Zur Frage, was für sie Heimat sei, stimmten die meisten von ihnen überein: Für sie ist das Gefühl von Heimat an verschiedenen Orten in der Welt zu finden. Sie leben mit und in beiden Kulturen und haben so früh gelernt, offen und tolerant gegenüber anderen Lebenswelten zu sein. Zugleich sind sie sich der Herausforderung bewusst, wie schwer es ist, diese beiden Kulturen miteinander zu verbinden.

Unterschiedlich ist der Umgang in den Familien mit der Geschichte der Großeltern, die hierher kamen, beruhend auf den Erfahrungen, die die erste Gastarbeitergeneration hier machte. Einige erzählen ihren Enkeln und Kindern gerne von ihrer Ankunft und dem Leben im neuen Land, andere tun sich damit schwer.

„Die Besonderheit unserer Schule erschließt sich dem Besucher erst auf den zweiten Blick, beim Kennenlernen unserer Schüler: Bunt gemischt, aus aller Herren Länder, viele mit mehr als einer Kultur, die sie durch ihr Leben begleitet.“
(Anne-Kathrin Zehendner, Lehrerin)