Die Brauerei zum Schöfferhof

Korbgasse 3.[Bild: Stadtarchiv Mainz]
Hof zum Korb und Dreikönigshof Schusterstraße 18-20, Innenhof, um 1890.[Bild: Stadtarchiv Mainz, Foto August Walter]
Schusterstraße 18-20, ehem. Schöfferhof-Dreikönigshof, um 1955.[Bild: Stadtarchiv Mainz, Foto Foto-Laufer]

Die Anfänge der Brauerei lagen im „Hof zum Korb“, dem Stammhaus der Patrizierfamilie zum Korb in der Korbgasse 3. 1476 kam es in den Besitz von Peter Schöffer aus Gernsheim, der als Drucker in einer gemeinsamen Werkstatt mit Johannes Gutenberg arbeitete. Er legte das Anwesen mit dem „Hof zum Humbrecht“ (Schusterstraße 18-20) zum „Schöfferhof-Dreikönigshof“ zusammen. 1512 wurde das Anwesen an Johann Koch veräußert, der darin erstmals ein Brauhaus einrichtete.

Vom 16. bis 19. Jahrhundert wechselte die Brauerei öfters den Besitzer. 1861 wurde sie von Georg Conrad Rösch übernommen und unter dem Namen „Schöfferhof-Dreikönigshof“ weitergeführt. 1889 zog sie in moderne größere Gebäude in der Martinsstraße 11, Ecke Kästrich, um. 1900 wurde sie in eine Aktiengesellschaft unter dem Namen „Hof-Bierbrauerei Schöfferhof-Dreikönigshof AG vorm. C. Rösch“ umgewandelt. In der Schusterstraße 18 und der Korbgasse 3 wurde ein Brauereiausschank beibehalten.

1905 kam es zum Zusammenschluss mit der Frankfurter Bürgerbräu Actien-Gesellschaft. 1921 fand die Fusion mit der Binding-Brauerei Frankfurt a.M. zur „Schöfferhof-Binding-Brauerei AG, Zweigniederlassung Mainz“ statt. Sie war die zweigrößte Brauerei der Stadt. Gebraut wurden Schöfferhofbier hell und dunkel, Schöfferhof-Export und Karolus. 

Im Zweiten Weltkrieg wurde ein Teil der Brauerei bei Luftangriffen zerstört; nach 1945 konnte die Bierproduktion jedoch bald wieder aufgenommen werden. In den 1960er Jahren wurde der Braubetrieb in Mainz eingestellt. Die Liegenschaft wurde 1971 verkauft.

An die ehemalige traditionsreiche Brauerei erinnert noch heute das „Schöfferhofer Weizenbier“ der Radeberger-Binding-Gruppe mit seinem Markenzeichen, einer Abbildung von Peter Schöffer aus Gernsheim. Von den historischen Gebäuden in der Korbgasse und der Schusterstraße sind nach den Kriegszerstörungen nur die Giebelseite des „Hauses zum Korb“ und der Renaissance-Treppenturm des „Hofes zum Humbrecht“ erhalten.

Das ehemalige Maschinenhaus von 1889 mit den Biforienfenstern in rundbogigen Sandsteinblenden als Schmuckelement im 2. OG (Kästrich, Martinsstraße, 2012).[Bild: Thomas Nonnenmacher]

Autor: Thomas Nonnenmacher