Industrielle Bierherstellung

Vom Handwerk zur Industrie

Louis Pasteur (1822-1895).

Viele Handwerke entwickelten sich im 19. Jahrhundert zu Industrieunternehmen. Das betraf auch Brauereien. Die Grundlage hierfür bildete vor allem die Entdeckung der Hefepilze durch Louis Pasteur. Er machte die Gärung kontrollierbar. Neue Filtermethoden und hygienische Arbeitsweisen sorgten zusätzlich für bessere Haltbarkeit und Transportfähigkeit.

Die industrielle Massenproduktion von Glas begünstigte die Verbreitung von Flaschenbier. Die Verbesserung der Verkehrswege durch die Eisenbahn erleichterte den Verkauf über weitere Entfernungen.

Mehr Bier, weniger Brauereien

Die „Brey’sche Aktienbrauerei“ (später „Mainzer Aktien-Bierbrauerei“) auf dem Kästrich, gegründet 1859, eine industrielle Braustätte des neuen Typs. [Bild: Stadtarchiv Mainz]

Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgte ein Geschmackswandel hin zu Bier nach Pilsener Brauart. Diese Biere brauchen allerdings niedrige Gärtemperaturen. Ihre massenhafte Herstellung ermöglichte erst die Lindesche Kältemaschine (seit 1876).

Der Bierausstoß verdreifachte sich von 1840 bis zum Ersten Weltkrieg, während die Bevölkerung sich nur verdoppelte. Um mit dieser Entwicklung Schritt halten zu können, mussten die Betriebe enorme Investitionen tätigen. Kleine Hausbrauereien überforderte das. Nur Betriebe mit viel Kapital und entsprechend großer Bierproduktion konnten in dieser Situation bestehen.

Autor: Jürgen Birk