Erfolgreiche Bierbrauer im Ausland

Mainzer Brauer in den USA

Grußkarte der "Schlitz Brewery" in Milwaukee.[Bild: Helmut Schmahl]
Werbung der Siebens Brauerei in Ebersheim[Bild: Siebens Brauerei]

Im Rahmen der Auswanderungswellen aus Rheinhessen verließen auch einige später bekannte Brauer den Raum Mainz. So emigrierte der Buchhalter Joseph Schlitz 1850 nach Milwaukee und führte nach dem Tod seines früheren Arbeitgebers dessen Brauerei mit der Witwe fort, die er 1858 heiratete. Die „Joseph Schlitz Brewing Company“ expandierte stark und war zeitweise der weltweit größte Bierproduzent. Heute stellt die „Pabst Brewery“, der frühere Konkurrent, wieder „Schlitz Beer“ nach traditioneller Rezeptur her.

Auch Michael Sieben verließ im Jahr 1860 seine Heimat Ebersheim. Fünf Jahre später gründete er in Chicago eine erfolgreiche Brauerei, die über hundert Jahre Bestand hatte. Während der Prohibition wurde die vermietete Brauerei ein Schauplatz der Chicagoer Bandenkriege.[Anm. 1] Im Jahr 2006 brachten Nachkommen des Gründers erneut „Sieben’s Beer“ auf den Markt, „um Chicagos große Brautradition fortzusetzen“.

Ein Kasteler Auswanderer in St. Louis

Adolphus Busch (*10.07.1839 in Kastel, + 13.10.1913), Begründer der Busch-Anheuser Brewing Co., St. Louis.[Bild: Stadtarchiv Mainz]
Das repräsentative Brauereigebäude von "Anheuser-Busch" an der Ecke Pestalozzi Street/South Broadway in St. Louis, 1942.[Bild: Wikimedia Commons, Foto Auguste Piaget und Charles van Ravenswaay]

Adolphus Busch wurde am 10. Juli 1839 als 21. von 22 Geschwistern in Kastel geboren. Nach einer umfangreichen Ausbildung in Mainz, Darmstadt und Brüssel wanderte er 1857 in die USA aus, wo er geschäftlich mit Eduard Anheuser in Kontakt kam. Busch heiratete dessen Tochter Lilly und beteiligte sich 1865 an der Brauerei seines Schwiegervaters.

Das Unternehmen setzte auf neue Wege, um das Bier länger haltbar zu machen und überregional zu verkaufen. So nutzte die Brauerei bereits in den 1870er Jahren die Methode der Pasteurisierung, d. h. der kurzen Erhitzung. Auch bediente sie sich früh der neuen Kältetechnik, indem sie entlang von Eisenbahnlinien Kühlstationen für die Bierfässer errichtete.

Besonders erfolgreich war die Brauerei mit ihrem Bier „Budweiser“, das Busch in Kooperation mit dem Weinhändler Carl Conrad herstellen ließ. 1879 wurde die Firma in „Anheuser-Busch Brewing Association“ umbenannt. Die alte Heimat vergaß Busch trotzdem nicht: Regelmäßig fuhr er mit seiner Familie in seine Sommerresidenz in Bad Schwalbach. U. a. anlässlich eines Rheinhochwassers ließ er der Stadt Kastel Spenden zukommen.

Heute ist „Anheuser-Busch InBev“ die weltweit größte Brauerei.

Autorin: Ute Engelen

Anmerkungen:

  1. Rudolf Büllesbach: Sieben’s Beer. Die Erfolgsgeschichte des Michael Sieben aus Ebersheim, http://www.regionalgeschichte.net/rheinhessen/ebersheim/kulturdenkmaeler/kreuz-in-den-weinbergen/siebens-beer.htmlZurück